Eidechsen-Arten in Deutschland
Unsere einheimischen Eidechsenarten, kurz vorgestellt: Von den vier in Mitteleuropa heimischen Eidechsenarten ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass Zauneidechsen im Garten auftauchen.
Zauneidechse (Lacerta agilis)

Von allen bei uns vorkommenden Eidechsen ist die 20 bis 24 cm lange Zauneidechse am weitesten verbreitet und besiedelt die unterschiedlichsten Lebensräume: Waldränder, Feldraine, Bahndämme, aufgegebene Steinbrüche und Kiesgruben, aber auch alte Friedhöfe und verwilderte oder naturnah gestaltete Gärten.
Verspricht der Morgen ein schöner, sonniger Tag zu werden, dann verlassen die Zauneidechsen bereits um 8 Uhr ihren nächtlichen Unterschlupf, suchen einen geeigneten Platz in der vollen Sonne, um sich bis auf eine Körpertemperatur von 38oC aufzuwärmen. Erst dann wechseln sie wieder in den Halbschatten und gehen auf Nahrungs- oder Partnersuche.
Nach der letzten Häutung im April bekommt das Männchen eine leuchtend grüne Haut. Das Weibchen behält dagegen sein typisches, grau-braunes Schuppenkleid.
Waldeidechse (Zootoca vivipara)
Die meist nicht mehr als 17 cm lange Waldeidechse ist unsere zweithäufigste Eidechsenart. Sie hält sich vor allem an Waldrändern oder auf Lichtungen im Wald auf, kommt aber auch auf Wiesen, in Sümpfen und Mooren auf. Bei Gefahr flüchtet sie sogar ins Wasser.
Hat man einen Garten in unmittelbarer Waldnähe oder gar selbst einen Waldgarten, dann ist die Chance groß, dass man sie auch dort antrifft.
Mauereidechse (Podarcis muralis)
Die Mauereidechse ist vor allem in den wärmeren Regionen Europas und Kleinasiens verbreitet. In Deutschland kommt sie überwiegend in den Weinbaugebieten vor. Dort sucht sie trockenes, felsiges Gelände in Weinbergen, Burgruinen und Mauern auf, um sich zu sonnen.
Die Mauereidechse kann geschickt klettern. Wird sie gestört, dann kann sie blitzschnell sogar senkrechte Mauern hinauf- und herunterlaufen. Normalerweise ist sie aber eher träge.
Smaragdeidechse (Lacerta viridis)
Die Smaragdeidechse, auch Östliche Smaragdeidechse genannt – mit 40 cm Länge unsere größte einheimische Eidechsenart – ist in ihrer Verbreitung noch stärker als als die Mauereidechse an warme Regionen gebunden. In Deutschland gibt nur eines inselartige Vorkommen im mittleren und oberen Rheintal, an Mosel, und Nahe, an der Donau bei Passau und in Brandenburg.
Einige Indizien sprechen dafür, dass es sich bei den Eidechsen am Kaiserstuhl und Tuniberg um ein Restvorkommen einer Schwesterart, der Westlichen Smaragdeidechse Lacerta bilineata, handeln könnte.
Was fressen Eidechsen?
Eidechsen ernähren sich ausschließlich carnivor. Sie fressen kleinere wirbellose Tiere. Je nach Lebensraum der Eidechsenart können dies am Boden lebende Käfer, Raupen und andere Insektenlarven, Spinnen, Steinläufer und Tausendfüßler, Würmer und kleine Nacktschnecken sein.
Vermehrung der Eidechsen
Grundsätzlich pflanzen sich Eidechsen nur einmal im Jahr fort. Je nach Art beginnt die Paarungszeit zwischen April und Ende Mai. Oft buhlen und kämpfen mehrere Männchen um ein Weibchen.
Zur Paarung verbeißt sich das Männchen im Rücken des Weibchen und schiebt seinen Hinterleib mit der Bauchseite nach oben unter das Weibchen, sodass beider Kloaken und Geschlechtsöffnungen eng aufeinander liegen.
Zauneidechsen, Mauereidechsen und Smaragdeidechsen legen dann bald darauf ihre weichschaligen Eier in einer selbst gegrabenen Höhle oder in einem anderem, sonnen-exponierten Versteck ab.
Waldeidechsen sind dagegen lebendgebärend. Ihre Tragzeit ist entsprechend länger. Der Nachwuchs entwickelt sich bereits im Mutterleib zu Jungeidechsen, die die dünne Eihaut durchstoßen und dann bereist voll entwickelt geboren werden.
Einen Lebensraum für Eidechsen im Garten schaffen
Im Gegensatz beispielsweise zur recht langsamen, standorttreuen Blindschleiche sind unsere einheimischen Eidechsen geradezu blitzschnell und haben einen entsprechend großen Aktionsradius. Sie auf Dauer und über Generationen im Garten zu halten und einen festen Stamm an Zaun-, Wald- oder Mauereidechsen aufbauen zu wollen, bleibt wohl eine Illusion.
Aber man kann die Voraussetzungen im Garten schaffen, dass sie – aus der Winterruhe erwacht – hier wenigstens bis zum nächsten Herbst einen Platz finden, wo sie sich sonnen, genügend Nahrung erbeuten, einen Unterschlupf für die Nacht finden, sich paaren und vermehren können.
Dazu einige Tipps, wie man solch einen Lebensraum für die Zauneidechse, unserer häufigsten Eidechsenart, im Garten schaffen kann:
Tipp 1: Naturnah angelegter Teich
Ein ideales Umfeld finden Zauneidechsen rund um einen naturnah gestalteten Gartenteich.
Eidechsen können zwar gut tauchen und schwimmen, aber nur selten freiwillig Gebrauch. Sie halten sich lieber in der schattenspendenden Uferböschung auf, wo die Luftfeuchtigkeit immer etwas höher ist als im übrigen Garten und wo sie auch reichlich Nahrung finden: Nacktschnecken, Würmer, Asseln und Insektenlarven.
Tipp 2: Trockenmauer oder Holzwurzeln
In der Nähe des Gartenteichs sollten die Zauneidechsen aber auch einen vor Regen und Wind geschützten Ort zum Übernachten finden.
Das kann eine kleine Trockenmauer sein, die mit ihren zahlreichen Nischen und Höhlen den Eidechsen genügend Unterschlupf-, Versteck- und Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Oder einige größere, hohl aufliegende und von Moos bewachsenen Steinen oder Holzwurzeln, unter die sich die Eidechsen zurückziehen können.
Tipp 3: Platz zum Sonnenbaden
Wie alle Reptilien, so sind auch Eidechsen wechselwarme Wirbeltiere, die wenn sie morgens ihren Unterschlupf verlassen, einen Platz zum Sonnenbaden aufsuchen, um sich aufzuwärmen, bis sie ihre ?Betriebstemperatur? – bei den Zauneidechsen sind dies immerhin 38°C – erreicht hat und auf Nahrungssuche geht.
Solch eine sonnenexponierten Stelle findet die Eidechsen auf einem großen, flachen Stein, oder auf der Mauerkrone der Trockenmauer.
Ideal ist auch ein kleiner, Richtung Süden weisender Steingarten, der neben zahlreichen, individuellen Sonnenplätzen, wenn direkt daneben Steingarten- und Bodendeckerpflanzen wachsen, in denen die Gefahr Schutz vor einem Greifvogel, einer Krähe oder auch einer Schlange suchen können.
Tipp 4: Unterschlupf und Versteck
Mit Hilfe einer Pflanzschale aus unglasierter Terracotta mit einem Durchmesser von etwa 50 cm und einer Tiefe von 15 bis 20 cm lässt sich recht einfach ein Habitat im Garten anlegen, welches den Eidechsen Unterschlupf und Versteck vor ihren Feinden, eine ungestörte Übernachtungsmöglichkeit, einen Platz zum Gebären der Jungeidechsen und einen Sonnenplatz in einem bietet.
Dazu wird am Rand der Terracottaschale eine kleine, etwa 7 cm hohe und breite Öffnung vorsichtig herausgebrochen. Dann wird die Schale umgedreht und auf einen sauberen Bodengrund – beispielsweise eine Steinplatte – gestellt.
Dann wird die Außenseite der Schale mit einer dünnen Schicht aus Lehm und Feinkies bedeckt und locker mit Moos oder klein bleibenden Bodendeckerarten bepflanzt, dazwischen werden flache Kieselsteine ausgelegt. Nur die nun oben liegende Plattform der Terracotta-Schale bleibt frei und dient den Eidechsen als Platz zum Sonnen.
Tipp 5: Terracotta-Schale im Halbschatten
Halten sich stattdessen Waldeidechsen im Garten auf, dann wird die Terracotta-Schale stattdessen im Halbschatten und in unmittelbarer Nähe des Gartenteichs aufgestellt. Denn Waldeidechsen müssen sich nur auf 25 bis 30°C aufwärmen, um aktiv zu werden. Wenn eine Gefahr droht, flüchten sie in Wasser.
Tipp 6: Terracotta-Schale für Mauereidechsen
Mauereidechsen sind dagegen besonders sonnenhungrig und wärmebedürftig. Ein südexponierter, terrassierter Hanggarten in einem Weinbaugebiet bietet den idealen Lebensraum für Mauereidechsen.
Die oben beschrieben Terracotta-Schale wird auf einer der Terrassen aufgestellt, am besten im lichten Halbschatten, wo sich der Boden in der Mittagssonne nicht zu sehr aufheizt.