Verbreitung und Lebensraum der Teichnapfschnecke
Die Teichnapfschnecke ist die einzige auch in Deutschland heimische Art der Familie der Teichnapfschnecken (Acroloxidae). Sie besiedelt stehende und langsam fließende, pflanzenreiche Gewässer. Dort lebt sie in der Röhrichtzone in Ufernähe der Gewässer. Neben dieser in Europa weitverbreiteten Art gibt es vier weitere Acroloxus-Arten, die aber ausschließlich auf dem Balkan vorkommen.
Merkmale, Form und Färbung der Teichnapfschnecke
Die Teichnapfschnecken gehören zwar zu den Lungenschnecken; bei ihnen ist aber die Lungenhöhle zurückgebildet. Sie nehmen im Wasser gelösten Sauerstoff über die Haut und eine Ausstülpung der Mantelhöhe, die funktionell als sekundäre Kieme dient, auf und brauchen deshalb nie zum Luftholen an die Wasseroberfläche kommen.
Ihr Weichkörper ist etwas kleiner als die Schale, die den Körper vollständig überdacht. Diese ergonomisch günstige Gehäuseform gewährleistet, dass sie auch im fließenden Gewässern kaum in Gefahr gerät, mit der Strömung verdriftet zu werden, vielmehr wird die Schale durch den Wasserdruck perfekt an die Unterlage gedrückt, sodass die Schnecke bestens vor potentiellen Fressfeinden geschützt ist.

Das Gehäuse der ausgewachsenen Teichnapfschnecke ist etwa 7mm lang, 3mm breit und 2mm hoch. Nur die Fühlerenden ragen über den Schalenrand hinaus. Das Gehäuse von Acroloxus ist zwar flach, hat aber eine scharfe Spitze, die nach links gebogen ist.
Eine weitere, aus Nordamerika eingeschleppte Art, Ferrissia wautieri sieht der Acroloxus lacustris ähnlich, hat aber eine völlig stumpfe Spitze, die nach rechts gebogen ist. Die dritte in Deutschland vorkommende Süßwassernapfschnecke ist Anyclus fluviatilis, die aber ausschließlich in Bächen vorkommt. Ihr Gehäuse ist steiler angelegt; die Schalenspitze ist stumpf und nach hinten gebogen.
Die Teichnapfschnecke im Gartenteich
Die Teichnapfschnecke wird meist nur zufällig im Teich entdeckt, da sie winzig klein und unauffällig ist. Sie hat eine schmal-ovale Schalenform, sodass das Gehäuse auch auf schmalen Pflanzenstängeln und Blättern das Substrat nicht seitlich überragt. Sie kriecht meist langsam an den Stängeln von Schilf, Rohrkolben oder anderen emersen Teichpflanzen, die über die Wasseroberfläche hinausragen, empor und weidet die Aufwuchsalgen ab. Gelegentlich weidet die Teichnapfschnecke auch die Unterseite von Schwimmblättern ab. Die Teichnapfschnecke richtet also an den Pflanzen im Teich keinen Schaden, zumal sie auch nicht zur Massenvermehrung neigt.
Vermehrung der Teichnapfschnecke
Der Laich wird an den Pflanzen angeheftet. Er besteht aus einer flachen, fast durchsichtigen, runden Kapsel mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern. Jede diese Kapsel enthält nur wenige Eier.